Häufige Fragen, ehrlich beantwortet.
Was eine ERP-Einführung wirklich kostet, wie eine anbieterneutrale Systemauswahl abläuft und woran Projekte scheitern: die Fragen, die Geschäftsführer mir am häufigsten stellen. Beantwortet von Volker Bloch, unabhängiger ERP- und CRM-Berater aus Osterholz-Scharmbeck bei Bremen.
Warum ein unabhängiger ERP-Berater und nicht direkt das Systemhaus?
Weil das Systemhaus Ihnen sein Produkt und seine Beratertage verkauft. Das ist sein Geschäftsmodell, kein Vorwurf. Aber die Frage, ob Ihr Unternehmen dieses System überhaupt braucht, beantwortet es nicht neutral. Ich bekomme keine Provisionen von Herstellern, verkaufe keine Lizenzen und implementiere nicht selbst. Mein einziges Interesse ist die Entscheidung, die zu Ihrem Geschäft passt.
Wie prüfe ich ein ERP-Angebot, bevor ich unterschreibe?
Vier Zeilen entscheiden, was das Angebot am Ende kostet. Die Wartungszeile rechnet bei Dynamics On-Premises vom Listenpreis und nicht von dem Preis, den Sie nach Rabatt zahlen. Verbrauchspreise für KI-Bausteine haben keine Obergrenze, solange kein Deckel im Vertrag steht. Zahlung nach Kalender statt nach Abnahme dreht das Risiko um, obwohl Paragraf 641 BGB und das Vertragsmuster des Bundes es anders vorsehen. Und die Positionen, die gar nicht im Angebot stehen, kommen später als Nachtrag: Migration, Schnittstellen, das Verfahren für Änderungen. Die vier Fragen dazu stehen im Artikel. ERP-Angebot prüfen: vier Zeilen, die später Geld kosten.
Gibt es eine Vorlage für ein ERP-Lastenheft?
Ja, kostenlos gegen Ihre Kontaktdaten. 64 Seiten in Word und PDF, mit Anforderungskatalog, Mengengerüst, Preisblatt über sieben Jahre und Bewertungsraster, anbieterneutral und für 50 bis 500 Mitarbeitende gebaut. In jedem Kapitel steht, was hineingehört und warum, dazu ein Stolperstein aus der Praxis. Das Lastenheft schreiben Sie, es beschreibt das Was. Das Pflichtenheft schreibt der Anbieter, es beschreibt das Wie. Zur Lastenheft-Vorlage ERP.
Was kostet ein ERP- oder CRM-System über fünf Jahre?
Das hängt an Ihren Nutzerzahlen, an der Betriebsform und an Annahmen, die Sie selbst setzen sollten. Deshalb gibt es dafür einen Rechner statt einer Zahl. Er rechnet aus öffentlichen Listenpreisen und offengelegten Annahmen die Kosten über fünf Jahre für Business Central, SAP Business One, Dynamics 365 Sales, Salesforce und HubSpot, als Spanne je System, und danach, was aus der Angebotssumme Ihres Dienstleisters in der Praxis wird. Keine Empfehlung, kein Gewinner, jede Zahl mit Quelle und Datum. Zum Kostenrechner ERP und CRM.
Was kostet eine ERP-Einführung im Mittelstand?
Die ehrliche Antwort: deutlich mehr als das Lizenz-Angebot. Als Faustregel aus über 20 Jahren Projekterfahrung: Rechnen Sie pro Euro Lizenzkosten mit dem Zwei- bis Dreifachen an Einführungs- und internen Aufwänden. Ein mittelständisches ERP-Projekt liegt selten unter einem sechsstelligen Gesamtbudget. Wer nur auf den Lizenzpreis schaut, übersieht die teuerste Position: die eigene Zeit.
Wie sich das auf zwei konkrete Systeme verteilt, steht im Artikel Business Central oder SAP Business One: Was beide über fünf Jahre wirklich kosten.
Woran erkenne ich früh, dass mein ERP-Projekt in Schieflage gerät?
Die Warnzeichen sind fast immer dieselben: Niemand kann in einem Satz sagen, wozu das Projekt gut ist. Der Lenkungskreis tagt, entscheidet aber nichts. Die Fachbereiche liefern keine Testfälle. Und der Go-Live-Termin wird verteidigt, obwohl jeder weiß, dass er nicht hält. Wenn zwei davon zutreffen, ist es Zeit für einen Blick von außen. Eine erste Einschätzung liefert der Projekt-Gesundheitsindex (PGI): 12 Indikatoren, kostenlos, in unter zwei Minuten.
Wie läuft eine anbieterneutrale ERP- oder CRM-Systemauswahl ab?
Erst das Wozu, dann das Tool. Wir klären zuerst, welche Geschäftsprozesse das System tragen muss und woran Sie in drei Jahren den Erfolg messen. Daraus entsteht ein Anforderungsprofil, mit dem wir den Markt gezielt eingrenzen, statt zwanzig Anbieter-Demos anzuschauen, die alle gleich glänzen. Am Ende stehen zwei, drei Systeme im echten Vergleich mit Ihren Daten und Ihren Prozessen.
Microsoft Dynamics 365 oder Salesforce: Was passt für den Mittelstand?
Beides kann die richtige Antwort sein, und genau deshalb ist die Frage falsch gestellt. Salesforce spielt seine Stärke im Vertrieb aus, Dynamics 365 in der Verzahnung mit ERP, Office und der Microsoft-Welt, die im Mittelstand meist schon da ist. Ich habe mit beiden Plattformen über 20 Jahre gearbeitet. Die Entscheidung fällt an Ihren Prozessen und Ihrer IT-Landschaft, nicht am Prospekt.
Die lange Antwort mit der Rechnung über fünf Jahre und drei Prüffragen steht im Artikel Dynamics 365 oder Salesforce: Was beide im Mittelstand über fünf Jahre kosten.
Dynamics 365 oder HubSpot: Was ist im Mittelstand günstiger?
Beim Preis je Nutzer liegt HubSpot vorn, und der Einstieg ist dort auch schneller. Sobald aber ein ERP wie Business Central im Haus ist, dreht sich das Bild. Dynamics 365 Sales bringt die Verbindung zum ERP mit, bei HubSpot kostet ein Konnektor über fünf Jahre 18.300 bis 36.300 Euro. Dazu kommen die Marketingkontakte, die HubSpot nach Stufen abrechnet, und aus denen Sie während der Laufzeit nicht wieder herunterkommen.
Die ganze Rechnung über fünf Jahre, die Kündigungsregeln beider Anbieter und drei Fragen, die Sie beiden schriftlich stellen, stehen im Artikel Dynamics 365 oder HubSpot: Was beide über fünf Jahre kosten, wenn ein ERP dranhängt.
Was ist der Reality Check und was kostet er?
Der Reality Check ist eine dreitägige Standortbestimmung Ihres ERP- oder CRM-Vorhabens: zwei Tage Workshop, ein Tag Ausarbeitung, danach ein klarer Lagebericht mit Handlungsempfehlung. Das Pauschalhonorar beträgt 6.000 € zzgl. MwSt. und Reisekosten. Ob Sie den Weg danach mit mir weitergehen, entscheiden Sie. Der Reality Check verpflichtet zu nichts. Details zum Ablauf.
Was heißt „Wozu vor Tool“?
Die meisten ERP-Projekte scheitern nicht an der Software. Sie scheitern daran, dass keiner sagt, wozu das Ganze eigentlich gut sein soll. Deshalb beginnt bei mir jedes Projekt mit dem Geschäftszweck: Was soll hinterher messbar besser sein? Erst wenn das steht, reden wir über Systeme. Klingt banal. Wird trotzdem in den meisten Projekten übersprungen. Und genau das kostet später das Budget.
Können Sie ein laufendes ERP-Projekt retten?
Oft ja, wenn Sie nicht zu lange warten. In den meisten schiefen Projekten ist die Software nicht das Problem, sondern unklare Verantwortung, fehlende Entscheidungen und ein Plan, an den keiner mehr glaubt. Genau das lässt sich reparieren. Als früherer Geschäftsführer eines Microsoft-Partners kenne ich beide Seiten des Tisches: Ich weiß, wo Dienstleister drücken und wo Kunden bremsen. Mehr zum Eskalationsmanagement.
Was macht Bloch Beratung ausdrücklich nicht?
Ich verkaufe keine Software und keine Lizenzen, ich implementiere und konfiguriere nicht, und ich nehme keine Provisionen von Herstellern. Ich ersetze auch kein Systemhaus. Ich sorge dafür, dass auf Ihrer Seite klar ist, was vereinbart wurde. Davon haben am Ende beide Seiten etwas. Diese Trennung ist kein Marketing, sondern die Voraussetzung dafür, dass meine Empfehlung neutral bleibt.
Sie haben auch eine Rolle bei einem Cloud-Beratungshaus. Wie neutral können Sie dann sein?
Ich bin bei der Cloud Value Advisory GmbH in einer Vertriebs- und Partnerrolle tätig. Das ist eine getrennte Tätigkeit mit eigenen Mandaten. In Beratungsmandaten von Bloch Beratung empfehle ich keine Leistung, an der ich anderweitig verdiene, und ich lege die Rolle im Erstgespräch offen. Wenn Sie das anders sehen, sagen Sie es mir früh, dann klären wir es, bevor wir arbeiten.
Wann ist mein Unternehmen bereit für KI?
Wenn die Basis steht: saubere Daten, klare Prozesse und ein Anwendungsfall, der auf ein Geschäftsziel einzahlt. KI auf chaotische Prozesse zu setzen, automatisiert nur das Chaos. Deshalb beginnt der Weg zur KI mit einer ehrlichen Standortbestimmung, nicht mit dem Tool. Mehr zur KI-Bereitschaft.
Arbeiten Sie nur in Bremen und Norddeutschland?
Mein Büro sitzt in Osterholz-Scharmbeck bei Bremen, viele Kunden kommen aus Norddeutschland. Ich arbeite aber deutschlandweit: Workshops vor Ort, der Rest remote. Bei ERP-Projekten zählt nicht die Postleitzahl, sondern ob jemand Ihre Prozesse versteht. Mehr zur Region Bremen, Bremerhaven und Niedersachsen und zu Hamburg und der Metropolregion.
Was unterscheidet Bloch Beratung von großen Beratungshäusern?
Sie bekommen mich, nicht ein Team von Junioren mit meinem Namen auf dem Deckblatt. Über 20 Jahre ERP und CRM, zuletzt 12 Jahre als Geschäftsführer eines Microsoft-Partners mit rund 70 Mitarbeitenden. Diese Erfahrung sitzt bei Ihnen am Tisch. Und weil ich nicht implementiere, verkaufe ich Ihnen auch keine Folgeprojekte hinterher.
Fragen kostet nichts.
Nicht fragen oft sehr viel.
30 Minuten, ehrliche Einschätzung, keine Verkaufsfolie. Danach wissen Sie mehr als vorher.